Was ist Bitcoin?

Stell dir ein fiktives Dorf mit sechs Personen vor: Einen Landwirt, einen Getränkehersteller, einen Maurer, einen Kinobetreiber, einen Barbesitzer und einen Schokoladenhersteller.

Vom Handschlag zum Handel: Warum „Gefälligkeiten“ nicht ewig halten

In unserem kleinen Dorf funktionierte am Anfang alles ganz ohne Abrechnung. Man half sich einfach – eine sogenannte Schenkökonomie. Der Maurer half beim Hausbau, der Landwirt gab dafür Brot ab.

Doch über die Zeit passiert etwas Menschliches: Jeder beginnt, seine eigene Arbeit subjektiv anders zu bewerten. Der Maurer spürt seine schmerzenden Knochen nach 10 Stunden in der Sonne, während der Getränkehersteller nach 4 Stunden im kühlen Keller fertig ist. Wenn beide am Abend die gleiche Menge Schokolade wollen, entsteht ein subjektives Bild von Ungerechtigkeit.

Sobald die Wahrnehmung der Leistung auseinandergeht, braucht das Dorf einen objektiven Bewertungsmaßstab, um den Frieden zu wahren. Das ist die Geburtsstunde des Tauschhandels – und der erste Schritt auf dem Weg zu Bitcoin.

Das Problem beim Tauschhandel und das Maurer-Dilemma

Solange es kein Geld gibt, müssen sie Waren direkt tauschen. Das funktioniert solange gut, wie die Werte ähnlich sind. Während 5 Personen einfachen Tauschhandel mit ihren Waren und Dienstleistungen führen können, trifft es den Maurer besonders hart: Wenn er ins Kino möchte, kann er nicht einfach „eine halbe Wand“ gegen ein Ticket tauschen.

Er müsste ein ganzes Haus bauen – eine gewaltige Leistung, die zeitlich und energetisch nicht mit einer Filmvorführung skaliert.

Die Lösung: Geld als Kommunikationsmittel

Um das Maurer-Dilemma zu lösen, brauchen wir ein objektiv messbares Zwischentauschmittel: Geld. Geld ist im Grunde nichts anderes als ein Kommunikationsmittel für Wert.

Es erlaubt dem Maurer, seine gewaltige Energie (den Hausbau) in kleine, tragbare Einheiten zu „verflüssigen“, die er dann nach und nach für Kino, Wasser oder Schokolade ausgeben kann.

Im Jahr 2008 entwarf eine Person unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eine digitale Version dieses Prinzips: Bitcoin. Er entwarf ein elektronisches Peer-to-Peer-Cash-System, also kurz gesagt:

Ein neues Geld!

Der Vergleich zu Honig

Honig ist für das Bienenvolk genau das, was Geld für uns sein sollte. Er ist konzentrierte, gespeicherte Energie. Eine Biene sammelt flüchtigen Nektar, der schnell verdirbt, und verwandelt ihn in Honig – ein haltbares, teilbares und hochkonzentriertes Medium, das den Wert der Arbeit über den Winter rettet.

Bitcoin ist sozusagen der „digitale Honig“ der Menschheit: Haltbar, unbestechlich und das ehrlichste Kommunikationsmittel für unseren Proof-of-Work, das wir je hatten.

Es ist der Versuch, die Ehrlichkeit und Effizienz der Natur in den digitalen Raum zu übertragen.

Warum dies so ist und welche Mechanismen dahinter stecken, wird in einer Reihe von 20 folgenden Artikeln näher beschrieben.

 

Liebe Grüße,

euer Imker Patrick